Wilfried Trübiger verstorben

Zum Tode von Wilfried Trübiger:

Dem Düsseldorfer Musikleben verbunden
-Die Tonaufzeichnungs-Sammlung eines musikbegeisterten Idealisten-

Wilfried Trübiger habe ich erst spät kennen gelernt. Damals lebte er bereits mit seiner Frau in Korschenbroich in einem „Betreuten Wohnen“.
Mit großer Akribie pflegte er seine umfangreiche Sammlung von Bandmitschnitten, die bis in die Zeit der Schellackplatten zurückreicht. Begeistert berichtete er mir, wie seine ersten „Schätze“ aus Tonbandaufnahmen und –umschnitten entstanden, die er mit einem seinerzeit „brandneuem“ Grundig-Gerät für sich archivierte. Doch damit nicht genug. Seine Kontakte zu diversen Aufnahmeleitern des WDR führten dazu, dass er immer wieder auch Aufnahmen erhalten konnte, die an sich -besonders aber hinsichtlich ihrer technischen Qualität- nicht jedem zugänglich waren. Auch das Schallarchiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf hat davon profitiert. So konnten durch diese Verbindung zusätzliche Tondokumente gefunden und ergänzt werden. Darüber hinaus wurden einige Aufnahmen, die wir bislang in minderer Qualität besaßen, durch solche mit deutlich besserem „Sound“ ersetzt werden. Dies gilt übrigens nicht nur für Aufzeichnungen mit dem Chor des Städtischen Musikvereins, sondern in gleichem Maße auch für die Düsseldorfer Symphoniker. Wilfried Trübiger berichtete mir etwas enttäuscht, dass er mehrfach auf seine Sammlung bei Verantwortlichen des Orchesters aufmerksam gemacht habe, bislang jedoch keinerlei Interesse habe vernehmen können.
Wilfried Trübiger war aber nicht nur ein „Mann von gestern“. Er freundete sich –für sein Alter erstaunlich- mit den modernen Medien an, was dazu führte, dass seine Sammlung EDV-mäßig erfasst, katalogisiert, nach diversen Suchkriterien aufschlüsselbar und somit „greifbar“ wurde. Einen Schwerpunkt des Trübiger-Schallarchivs legte er auf die Person des ehemaligen Düsseldorfer Generalmusikdirektors Eugen Szenkar. Sein Wirken hat Wilfried Trübiger in besonderer Weise verfolgt, erforscht und für die Nachwelt zu erhalten versucht. Auch hier halfen seine Verbindungen zu Tonmeistern und Aufnahmeleitern der damaligen Zeit.

Der Städtische Musikverein, und darüber hinaus sicher auch viele Musikexperten wie –freunde, sind der stillen wie effektiven Arbeit, deren Wert sich unter Umständen erst zu einem späteren Zeitpunkt in vollem Umfang herausstellen wird, von Wilfried Trübiger dankbar.

Seiner Gattin und seiner Familie gilt unser Mitgefühl.
Wir werden seiner in Ehren gedenken!

Rainer Großimlinghaus
-Städtischer Musikverein zu Düsseldorf-
(Schallarchiv)

Bild: Anstellungsvertrag des Janitscharen Louis Kreutzer zum Zeitpunkt der Gründung der Düsseldorfer Symphoniker im Jahre 1864. Kopie aus dem Besitz von Wilfried Trübiger.