Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf

Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf

Das Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf ist das Literaturmuseum der Stadt und kann außerdem glänzen mit einem enormen Bestand im musikalischen Bereich. Dort finden sich viele Nachlässe von Musikern aber auch und vor allem eine große Anzahl von Originalen aus der Feder von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert und Clara Schumann. Der Städtische Musikverein hat außerdem seine Notenbestände und viel zusätzliches Material als Depositum in die Sammlungen des HHI eingebracht. Die nebenstehende Bildersammlung, die nach und nach geordnet und beschriftet wird, ist ein kleines Zeugnis für die außerordentlichen Bestände, die teilweise in das zur Zeit diskutierte Schumann-Museum eingehen könnten. Schauen Sie in dieser Bildergalerie auch auf die Kachel "Mendelssohnbriefe". Dort finden Sie unser Depositum mit Briefen von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Uraufführung des "Paulus" am 22. Mai 1836 im Beckerschen Gartensaal, dem Vorläufer der Tonhalle Düsseldorf. Mendelssohn leitete als Festdirektor des 18. Niederrheinischen Musikfestes diese Uraufführung, an der 582 Choristen teilnahmen.

Das Institutsgebäude des HHI bereichert und trägt die Bilker Straße in Düsseldorf, die den Ehrennamen "Straße der Romantik und Revolution" trägt. Die Bilker Straße weist viele Kulturinstitute auf und gegenüber des Museums für Düsseldorfs großen Sohn Heinrich Heine steht das Wohnhaus der Familie Schumann auf der Bilker Str. 15. Das Haus trug zu Schumanns Zeiten die Haus-Nr. 1035. Dieses Gebäude, welches es aktuell als Schumann-Museum zu retten gilt, ist das einzige Gebäude auf der Welt in dem die komplette Familie Schumann zusammen gewohnt hat.

Geschichte (Quelle: Homepage der Landeshauptstadt Düsseldorf):

Das Heinrich-Heine-Institut ist 1970 aus der Handschriftenabteilung der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf hervorgegangen. Hierbei handelt es sich um die vormalige Kurfürstliche, dann Königliche Bibliothek, an deren viele tausend "mächtige Bücher" sich Heinrich Heine in seinem Reisebild "Ideen. Das Buch Le Grand" von 1826 zurück erinnert.

Als Stiftung des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz-Sulzbach hatte diese öffentliche Bildungseinrichtung seit spätestens 1770 der rheinischen Residenzstadt Düsseldorf die besten wissenschaftlichen und kulturellen Dienste geleistet. Die Familie Jacobi gehörte zu den Förderern der Bibliothek, der junge Heinrich Heine und Robert Schumann ebenso zu ihren Benutzern wie später Herbert Eulenberg.

Die Buchbestände der alten Landes- und Stadtbibliothek wurden an die neu gegründete Universitätsbibliothek Düsseldorf übertragen. Die Handschriftenabteilung, deren Mittelalterliche Handschriften und Inkunablen erst 1977 als Dauerleihgabe an die Universitätsbibliothek übergeben wurden, verblieb dagegen unter städtischer Obhut. Diese nach regional bestimmten Gesichtspunkten aufgebaute Abteilung besaß vor allen Dingen mit dem Heine-Archiv und der Schumann-Sammlung eine internationale Bedeutung.

Im Jahr 1974 konnte das Heinrich-Heine-Institut das alte, seit 1906 genutzte und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Bibliotheksgebäude am Grabbeplatz verlassen und das historische Patrizierhaus Bilker Straße 14 nutzen. Zum 700-jährigen Stadtjubiläum 1988 ergab sich die Erweiterung des Instituts durch das Nachbarhaus Nr. 12.

Das Museum:

Das Museum präsentiert unter dem Titel "Romantik und Revolution" die weltweit einzige Dauerausstellung zum Leben und Werk des 1797 in Düsseldorf geborenen Dichters Heinrich Heine. Erleben Sie zudem wechselnde Sonderausstellungen mit literarischen, musikalischen und kulturhistorischen Themen oder besichtigen Sie die Schumann-Gedenkstätte an der Bilker Straße 15.

Das Heinrich-Heine-Institut bietet buchbare Führungen durch die Ausstellungen sowie Workshops und weitere Programme der kulturellen Bildung an. Die grafischen Sammlungsbestände des Museums stehen zudem für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung.

Die nebenstehenden Bilder sind Bestände aus dem Museum des Heinrich-Heine-Instituts, Düsseldorf.

Bibliothek:

Die Bibliothek des Heine-Instituts ist eine einzigartige Spezialsammlung, die das Ziel hat, möglichst alle Heine-Ausgaben in deutscher Sprache sowie in Übersetzungen, die gesamte Literatur über Heine in Originalen oder zumindest in Kopie, die Noten der Vertonungen und die Tonträger mit Heine-Vertonungen oder gesprochenen Heine-Texten zu versammeln. Der Bestand wird ergänzt mit auf den Heine-Umkreis bezogene Literatur zum Jungen Deutschland, Vormärz, Biedermeier.

Ein wichtiger Bestand der Heine-Sammlung ist die Privatbibliothek des Dichters: 323 Bücher und Zeitschriften aus dem persönlichen Besitz Heinrich Heines.

Zusammen sind das circa 45.000 Medieneinheiten. Verzeichnet sind die bis 1982 erworbenen Bestände dieser Sammlungen im Zettel-Katalog, seit 1983 werden sie im Gesamtkatalog der Düsseldorfer Kulturinstitute (GDK) erfasst.

Das Rheinische Literaturarchiv im Heinrich-Heine-Institut hat zudem eine Handbibliothek zur rheinischen Literatur aufgebaut, die dem Besucher des Instituts neben den handschriftlichen Materialien in einem speziellen Lesesaal angeboten wird.

Das Heine-Institut verwahrt circa 25 Nachlassbibliotheken mit circa 30.000 Medieneinheiten, darunter zum Beispiel die Bücher aus dem Besitz von Rose Ausländer oder Rolf Bongs. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der rheinischen Literatur.

Wer war Heinrich Heine:

Heinrich Heine kommt in der Düsseldorfer Altstadt zur Welt: In der Bolkerstraße, im Hinterhaus, das zur heutigen Nr. 53 gehörte, wird er geboren. An welchem Tag, in welchem Jahr, das wissen wir nicht genau. Manche Indizien sprechen für den 31. Januar 1798; der 13. Dezember 1797, der bis heute als mutmaßlicher Geburtstag gilt, ist eine wenig gegründete Hypothese seiner älteren Biographen. Nicht Heinrich, sondern Harry wird der Junge genannt, nach einem englischen Geschäftspartner des Vaters, und so heißt er bis zur protestantischen Taufe 1825, wo er die Namen Christian Johann Heinrich erhält.

Heines Mutter Betty stammt aus der angesehenen Düsseldorfer Bankiers- und Gelehrtenfamilie van Geldern, der Vater Samson Heine aus einer strenggläubigen norddeutschen Kaufmannsfamilie. Für seinen Sohn, der seiner stets sehr liebevoll gedenkt, verkörpert er Heiterkeit, Liebenswürdigkeit und Lebenslust bis zum Leichtsinn, während die ernste Mutter für Willenskraft, Moral und Disziplin steht. Die Eltern gehören der kleinen jüdischen Gemeinde an, die kaum ein Dutzend Familien zählt, weshalb es in Düsseldorf kein ausgesprochenes Judenviertel gibt. Ausgrenzungs-Erfahrungen bleiben Heine dennoch nicht erspart. Seine Herkunft aus einem jüdischen Elternhaus, sein hierorts wenig gebräuchlicher Vorname und sein rötliches Haar machen ihn zur Zielscheibe von jugendlichem Hohn und Spott.

Im Juni 1816 geht Heine für zwei Jahre nach Hamburg. Dort absolviert er im Bankhaus seines Onkels Salomon eine kaufmännische Lehre. 1817 werden seine ersten Gedichte gedruckt, die der Cousine Amalie gelten. Es ist eine unmögliche Liebe. Schon nach wenigen Monaten erfährt er aus dem Munde der Angebeteten: „Sie liebt mich nicht!“ 1818 richtet ihm sein Vater in zentraler Lage Hamburgs eine Kommissionshandlung für englische Manufakturwaren ein. In Düsseldorf nicht abgesetzte Waren sollen hier verkauft werden. Doch schon ein Jahr später muß Samson Heine hoher Schulden wegen sein Textilgeschäft in Düsseldorf aufgeben, wodurch auch Heines Hamburger Kaufmannskarriere ein jähes Ende nimmt.

Aufgrund der großzügigen Unterstützung seines Onkels kann sich Heine im Wintersemester 1819/20 als Student der Rechtswissenschaft an der Universität in Bonn einschreiben. Sein juristisches Studienziel verfolgt er nur beiläufig; vorrangig belegt er Vorlesungen über altdeutsche Literatur und Geschichte. Schon bald wird er in die Burschenschaft aufgenommen, die damals die einzige Gruppierung ist, die entschieden an der Forderung nach einem freien und geeinten Deutschland festhält. Nach zwei Semestern wechselt er an die Universität Göttingen, die er wiederum ein Semester später mit der Berliner Universität vertauscht. Erneut steht nicht das Fachstudium im Vordergrund, sondern das gesellschaftliche und kulturelle Leben und Erleben. Bald findet er Eingang in die literarisch-musikalischen Salons der preußischen Hauptstadt. In diese Zeit fallen seine ersten literarischen Erfolge. 1824 kehrt Heine an die Universität Göttingen zurück, wo er 1825 sein schriftliches Doktorexamen ablegt. Wenige Tage vor der abschließenden mündlichen Prüfung lässt er sich im benachbarten Heiligenstadt evangelisch taufen, wobei er den Vornamen Heinrich annimmt. Damit schafft Heine zunächst nicht mehr und nicht weniger als die Voraussetzung zur beruflichen Integration. Seine Hoffnungen auf eine Staatsanstellung oder eine Advokatur erfüllten sich indessen nicht.

1827 erscheint das "Buch der Lieder". Daß es einmal zu einem Kultbuch werden wird, ist vorerst nicht abzusehen. Es ist die funkelnde Prosa der "Reisebilder", die Heines Namen beim deutschen Publikum populär macht. Unmittelbar vor der französischen Revolution von 1830 werden sie zum Prototyp einer Denk- und Schreibweise, an die nachfolgende Schriftstellergenerationen unmittelbar anknüpfen können.

Im Mai 1831 verlegt Heine seinen Wohnsitz nach Paris. Schnell wird er hier mit führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bekannt, Politikern, Bankiers, Künstlern und Wissenschaftlern. In den neuen geistigen und ideologischen Strömungen erblickt Heine Motoren des gesellschaftlichen Fortschritts. In dem Vierteljahrhundert, das er in Paris verlebt, zieht Heine ungewöhnlich oft um. Das von ihm bevorzugte Wohnviertel liegt in dem zum Montmartre-Hügel ansteigenden Stadtteil. In seiner Nachbarschaft leben viele bedeutende Schriftsteller und Künstler, darunter Théophile Gautier, George Sand, Frédéric Chopin, Franz Liszt, Alfred de Musset, Hector Berlioz, Eugène Delacroix und Théodore Géricault. Zur Lebensgefährtin wählt er sich ein junges Bauernmädchen, das es aus der Provinz nach Paris verschlagen hat und auf den Namen Augustine Crescence Mirat katholisch getauft ist. Weil Heine weder der eine noch der andere Vorname zusagt, belegt er sie umgehend mit einem eigenen Namen: Mathilde. Seit 1836 lebt das Paar zusammen.

Die Übersiedlung nach Paris eröffnet Heine die Möglichkeit zu umfassender publizistischer Betätigung. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt seiner literarischen Arbeit zunächst auf journalistische und literarische Prosa. Sein Hauptanliegen als politischer Publizist ist die gegenseitige Aufklärung der angeblichen „Erbfeinde“ Deutschland und Frankreich. In der "Romantischen Schule" (1835) gibt er eine Übersicht der deutschen Literatur von Lessing bis zu den Romantikern Arnim und Brentano. Ein kurzer Seitenblick gilt namhaften Vertretern der literarischen Avantgarde, wofür Heine seit 1833 den Schulbegriff des "Jungen Deutschland" gebraucht. Ebenfalls 1835 erscheint seine Abhandlung "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland". Darin will Heine "die Phasen der deutschen Philosophie und zugleich ihre politische Bedeutung" verständlich machen. Als Folge der von Kant eingeleiteten philosophischen Umwälzung prophezeit er Deutschland eine baldige politische Revolution.

Mit seinen kritischen Deutschlandschriften erregt Heine die persönliche Aufmerksamkeit des preußischen Innenministers, der den Text als kriminelles Meisterstück "in Beziehung auf Styl und Darstellung" bezeichnet. Auf Anordnung des österreichischen Staatskanzlers Metternich holen die Behörden des Deutschen Bundes wenig später zu einem entscheidenden Schlag gegen die kritische Literatur aus: Mit dem Bundestagsbeschluß vom 10. Dezember 1835 wird zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine Gruppe von Autoren per Dekret an der Fortsetzung ihrer literarischen Tätigkeit gehindert oder zumindest - und das auf Jahre - großen Beschränkungen unterworfen.

In einer großangelegten Auseinandersetzung mit Ludwig Börne, seinem republikanischen Antipoden und Weggefährten des Exils, versucht Heine fünf Jahre später eine politische wie literarische Neubestimmung seines Standorts. Danach wendet er sich wieder stärker der Versdichtung zu, womit er auf die erneute Konjunktur der politischen Lyrik in Deutschland reagiert. Was Heine an der von ihm als "Tendenzpoesie" verhöhnten politischen Dichtung mißfällt, sind ein phrasenhaft unkonkreter Enthusiasmus, Poesielosigkeit und Bierernst sowie der einseitig nationale Kurs. Parallel entstehen die beiden großen Versepen: Während sich das humoristische Tierepos "Atta Troll" (1843/1847) mit der Pyrenäenlandschaft als südlicher Naturkulisse als "phantastisch zweckloses", romantisches "Waldlied" gibt, stellt "Deutschland. Ein Wintermärchen" (1844) eine scharfe Satire der deutschen Zustände dar. Es ist Heines eingehendster und brisantester Beitrag zur Deutschland- und Preußendiskussion der vierziger Jahre. Heine entwirft darin ein düsteres Bild von Deutschlands Gegenwart und ein noch dunkleres von seiner Zukunft.

Im Februar 1848 fegt eine Erhebung der Pariser Bevölkerung Ministerium und Thron hinweg, im Dezember wird Louis-Napoléon Bonaparte, der Großneffe des Kaisers, zum Präsidenten der Republik gewählt. Das Scheitern der von ihm mit großen Hoffnungen begleiteten Revolution geht mit einer rapiden Verschlechterung von Heines Gesundheitszustand einher. Ende Mai 1848 streckt ihn eine Lähmung für immer nieder und macht ihn zum Gefangenen seines häuslichen Krankenzimmers, das er selbst als "Matratzengruft" bezeichnet. Die politische und die körperliche Misere tragen erheblich zur Verdüsterung von Heines Zeit- und Geschichtshorizont bei. Zugleich führen sie zu einer Wiedererweckung seines religiösen Gefühls und zu einer Neubesinnung auf seine jüdische Identität. Obgleich oft tagelang von Schmerzen erschöpft und vom Morphium betäubt, beweist Heine selbst in seiner Krankheitsperiode eine ungebrochene Produktivität. Im Sommer 1851 kann er überraschend mit einem neuen Gedichtband, dem "Romanzero", hervortreten. Als neue Stoffbereiche werden die jüdische Tradition sowie die Geschichte ferner Länder und ferner Zeiten erschlossen.

Heinrich Heine stirbt am 17. Februar 1856 morgens gegen 5 Uhr. Still, prunklos, ohne religiöses Zeremoniell und ohne eine einzige Traueransprache, findet am 20. Februar 1856 auf dem Pariser Friedhof Montmartre die Beisetzung statt. (Autor: Jan-Christoph Hauschild)

Chronologie:

1797–1815 Düsseldorf

1797
13. Dezember (Datum unsicher): Harry Heine in Düsseldorf geboren. Eltern: Textilkaufmann Samson Heine aus Hannover (1764–1828) und Betty (Peira) van Geldern aus Düsseldorf (1771–1859). Geschwister: Charlotte (Sarah, um 1802–1899), Gustav (Gottschalk, um 1803–1886), Maximilian (Mayer, um 1804–1879). Kindheit und Schulbesuch in Düsseldorf.

1815 Frankfurt

1815
September / Oktober: Aufenthalt in Frankfurt am Main, kaufmännische Praktika im Bankhaus Rindskopf und bei einer Kolonialwarenhandlung.

1816–1819 Hamburg

1816
Juni: Als Lehrling im Bankhaus Heckscher & Co. des Onkels Salomon Heine (1767–1844) in Hamburg.

1817
Februar / März: Erste Gedichtveröffentlichungen in der Zeitschrift "Hamburgs Wächter".

1818
Juni: Provisorische Aufnahme in die jüdische Gemeinde (damit quasi hamburgische Staatsbürgerschaft). Eröffnung des Kommissionsgeschäfts "Harry Heine & Comp." für in Düsseldorf nicht abgesetzte englische Manufakturwaren.

1818/19
Die "Ellen- und Modewaren"-Handlung des Vaters in Düsseldorf gerät in erhebliche Zahlungsschwierigkeiten.

1819
Februar: Wegen der Geschäftsunfähigkeit ihres Bruders Samson betreiben Salomon und Henry Heine in Hamburg dessen Entmündigung. Anschließend Liquidation der Geschäfte in Hamburg und Düsseldorf. Rückkehr Heines ins Elternhaus.

1819/20 Bonn

1819
Dezember: Beginn eines von Onkel Salomon finanzierten Studiums an der Universität Bonn (Jura und "Cameralia"). Aufnahme in die Burschenschaft. Nähere Bekanntschaft mit seinem akademischen Lehrer August Wilhelm Schlegel.

1820/21 Göttingen

1820
März: Die Familie Heine verlässt Düsseldorf und zieht nach Zwischenstationen in Hamburg und Oldesloe Ende April 1821 nach Lüneburg (bis Sommer 1828).
September: Exmatrikulation in Bonn.
Oktober: Immatrikulation an der Universität Göttingen. Dezember: Ausschluss aus der Burschenschaft wegen "Unkeuschheit".

1821
Januar: Aufgrund eines geplanten Duells wird Heine durch das Universitätsgericht für ein Semester von der Universität verwiesen. Aufenthalte in Hamburg und Oldesloe.

1821–1824 Berlin

1821
April: Immatrikulation an der Universität Berlin. Heine verkehrt in den Salons von Rahel und Karl August Varnhagen von Ense und Elise von Hohenhausen. Bekanntschaft u. a. mit Chamisso, Fouqué, Grabbe, Hegel, Alexander von Humboldt.
Dezember: "Gedichte" (mit der Jahreszahl 1822, Berlin, Maurersche Buchhandlung).

1822
Februar – Juli: "Briefe aus Berlin" im „Rheinisch-Westfälischen Anzeiger“.
August: Aufnahme in den "Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden". Reise ins preußische Westpolen (bis Ende September).
Oktober: Duell mit einem Kommilitonen.
Dezember: Beginn des Briefwechsels mit Karl Immermann.

1823
Januar: "Ueber Polen" in der Zeitschrift "Der Gesellschafter".
April: "Tragödien, nebst einem lyrischen Intermezzo" (Berlin, Dümmler).
Mai: Übersiedlung nach Lüneburg.
Juli: Aufenthalt in Hamburg, Cuxhaven und Ritzebüttel.

1824/25 Göttingen

1824
Januar: Erneute Immatrikulation in Göttingen, intensives Studium der Jurisprudenz, lockere Beziehungen zu landsmannschaftlichen Verbindungen.
April / Mai: Aufenthalt in Berlin.
September: Harzwanderung, anschließend Besuch bei Goethe in Weimar.

1825 
3. Mai: Juristisches Examen.
28. Juni: Protestantische Taufe in Heiligenstadt auf den Namen Christian Johann Heinrich.
20. Juli: Mit der in lateinischer Sprache geführten Verteidigung von fünf Thesen ("Disputation") Abschluß der Promotion zum Dr. juris (Gesamtnote: III). Im August Reise nach Norderney.
September – November: Aufenthalt bei den Eltern nach Lüneburg, anschließend Übersiedlung nach Hamburg.

1826/27 Hamburg

1826
Januar: Beginn der Verlagsbeziehung zu Julius Campe (1797–1867).
Januar / Februar: "Harzreise" im "Gesellschafter".
Mai: "Reisebilder", 1. Teil (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Juli: Aufenthalt in Cuxhaven, dann auf Norderney. September: In Lüneburg.

1827
Januar: Rückkehr nach Hamburg.
April: Reise nach England. "Reisebilder", 2. Teil (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Juni: In Brighton.
Juli: In Margate und Ramsgate. August: Über Tilburg, Rotterdam, Leyden und Amsterdam nach Norderney.
September: Rückkehr nach Hamburg.
Oktober: Vereinbarung mit Julius Campe über die Honorierung von Nachauflagen. "Buch der Lieder" (Hamburg, Hoffmann & Campe).

1827/28 München

1827
November: Übersiedlung nach München, u. a. mit den Reisestationen Lüneburg, Göttingen, Kassel, Frankfurt am Main, Heidelberg und Stuttgart. Journalistische Tätigkeit für die "Neuen allgemeinen politischen Annalen" (als Mitredakteur) und andere Zeitschriften des Verlags J. G. Cotta.

1828
Juni / Juli: Unterstützt durch die Fürsprache des bayrischen Ministerialrats (und späteren Innenministers) Eduard von Schenk und des Verlegers Cotta beim bayrischen König Ludwig I., betreibt Heine seine Anstellung als außerordentlicher Professor an der Universität München.
August: Reise nach Italien, u. a. mit den Stationen Innsbruck, Trient, Verona, Mailand, Genua, Livorno, Lucca (September), Florenz (Oktober) und Venedig (November).
2. Dezember: Tod des Vaters. Rückkehr nach München.

1829–1831 Hamburg, Potsdam, Berlin

1829
Januar: Ankunft in Hamburg.
Februar: Übersiedlung nach Berlin.
April: Übersiedlung nach Potsdam.
Juli: Rückkehr nach Hamburg.
August / September: Auf Helgoland.
Dezember: "Reisebilder", 3. Teil (mit der Jahreszahl 1830, Hamburg, Hoffmann & Campe)

1830
März: Übersiedlung nach Wandsbek.
Juli / August: Auf Helgoland.
Dezember: Bemühung um eine Stelle als Ratssyndikus in Hamburg.

1831
Januar: "Nachträge zu den Reisebildern" (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Mai: "Einleitung" zu Robert Wesselhoefts Streitschrift "Kahldorf über den Adel in Briefen an den Grafen M. von Moltke" (Nürnberg, Hoffmann & Campe).

1831–1856 Paris

1831
Mai: Nach Zwischenaufenthalt in Frankfurt am Main Übersiedlung nach Paris. Bekanntschaft u. a. mit Balzac, Berlioz, Chopin, Dumas, Guizot, Hugo, Liszt, Meyerbeer, Mignet, Musset, Rossini, George Sand, Thiers.
August / September: Aufenthalt in Boulogne-sur-Mer.
Oktober: Beginn der Korrespondententätigkeit für Cottas "Allgemeine Zeitung" (zunächst bis 1832) mit den Berichten über die jüngste "Gemäldeausstellung in Paris" ("Französische Maler").

1832
Januar: Besuch der Versammlungen der Saint-Simonisten.
Juli – September: Aufenthalt in der Normandie: Le Havre, Dieppe, Eu, Rouen.
Dezember: "Französische Zustände" (Hamburg, Hoffmann & Campe).

1833
Januar – März: Gedichtzyklus "Verschiedene" in "Der Freimüthige", Berlin.
März – Mai: Beginn der Mitarbeit an französischen Zeitschriften mit "État actuel de la littérature en Allemagne" ("Die romantische Schule") in "L'Europe littéraire", Paris.
April und Juli: "Zur Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland", I–II (Paris und Leipzig, Heideloff und Campe).
Juni: "De la France" (Paris, Renduel).
Juli: "Vorrede" zu den "Französischen Zuständen" (Paris: Heideloff und Campe).
August – Oktober: Aufenthalt in Boulogne-sur-Mer.
Dezember: "Der Salon", Band 1 (Hamburg, Hoffmann & Campe).

1834 
März / November – Dezember: "De l'Allemagne depuis Luther" in "Revue des Deux Mondes", Paris.
Mai: "Tableaux de Voyage", I–II (Paris, Renduel).
Juli / August: Aufenthalt in Boulogne-sur-Mer und Dieppe.
September: Aufenthalt in Versailles und St. Cloud.
Oktober: Beginn der engeren Beziehung zu Augustine Crescence Mira(t) (1815–1883); als "Mathilde" wird sie Heines Lebensgefährtin und Ehefrau.

1835
Januar: "Der Salon", Band 2 (Hamburg, Hoffmann & Campe).
April: "De l'Allemagne", I–II (Paris, Renduel).
Juni / Juli: Aufenthalt in La Jonchère bei Rueil auf dem Schloß der Fürstin Belgiojoso.
August – Dezember: Aufenthalt in Boulogne-sur-Mer. Bekanntschaft mit Felix Mendelssohn Bartholdy.
November: "Die romantische Schule" (Hamburg, Hoffmann & Campe).
10. Dezember: Totalverbot der literarischen Avantgarde des "Jungen Deutschland" mit namentlicher Nennung von Heine, Laube, Gutzkow, Wienbarg und Mundt durch die Deutsche Bundesversammlung (an wesentliche Bedingungen geknüpfte Rücknahme im Februar 1842).

1836
Januar: Offener Brief Heines "An eine hohe Bundesversammlung" mit der Forderung nach Rücknahme des gegen ihn verhängten Veröffentlichungsverbots.
April / Mai: "Florentinische Nächte" in "Morgenblatt für gebildete Stände"; "Les nuits florentines" in "Revue des Deux Mondes".
Mai / Juli: Mit Mathilde zeitweiliger Aufenthalt in Le Coudray (Département Oise).
September: Die Führung der katholischen Kirche setzt Heines Werke "De la France", "De l'Allemagne" und "Reisebilder. Tableaux de Voyage" auf den Index der verbotenen Bücher.
Oktober / November: Reise in die Provence mit Aufenthalten in Marseille, Hyères, Aix, Avignon und Lyon.

1837
April: Abschluß eines für elf Jahre geltenden Verlagsvertrags mit Julius Campe über die Rechte an einer Gesamtausgabe.
Juli: "Der Salon", Band 3; "Ueber den Denunzianten" (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Mai / Juni: Mit Mathilde Aufenthalt in Granville.
Juli: Aufenthalt in Rennes. August / September: Aufenthalt in Le Havre.
Oktober: "Buch der Lieder", 2. Auflage.
November: "Einleitung" zu Cervantes' "Don Quixote" (Stuttgart, Verlag der Klassiker).
Dezember: "Ueber die französische Bühne" in der "Allgemeinen Theater-Revue",1838.

1838
Februar – April: Heine betreibt die Gründung einer deutschen Zeitung in Paris; der Plan scheitert an den restriktiven Zensurbestimmungen des Deutschen Bundes.
August / September: Aufenthalt in Granville.
Oktober: "Shakespeares Mädchen und Frauen" (Paris, Delloye).
November: "Der Schwabenspiegel" in "Jahrbuch der Literatur", Hamburg 1839.

1839
Januar: Beginn der Zahlung einer Jahresrente von 4000 Francs (seit der Verheiratung 4800) durch Salomon Heine.
Juni – August: Mit Mathilde Aufenthalt in Granville.

1840
Februar: Beginn einer neuen Serie von Korrespondenzberichten für die "Allgemeine Zeitung" (bis 1848).
April: Beginn der Zahlung einer Jahrespension durch die französische Regierung (aus einem Geheimfonds des Außenministeriums) in Höhe von 4800 Francs (bis 1848).
August: "Ludwig Börne. Eine Denkschrift" (Hamburg, Hoffmann & Campe). Mit Mathilde Aufenthalt in Granville.
September: Aufenthalt in der Bretagne.
Oktober: "Der Salon", Band 4 (Hamburg, Hoffmann & Campe).

1841
Juni / Juli: Aufenthalt in Cauterets (Pyrenäen).
31. August: Kirchliche Trauung mit Mathilde in St. Sulpice.
1. September: Ziviltrauung.
7. September: Pistolenduell mit Salomon Strauß.
November: Bekanntschaft mit Georg Herwegh. Verbot des Verlages Hoffmann & Campe in Preußen (Aufhebung im Juni 1842 nach der Hamburger Brandkatastrophe).

1842
August / September: Aufenthalt in Boulogne-sur-Mer.
November: Heine bewirbt sich um das französische Heimatrecht; das Gesuch wird wegen fehlender Personaldokumente abgelehnt.

1843
Januar – März: "Atta Troll" in der "Zeitung für die elegante Welt", Leipzig.
7. März: Heine verfaßt sein Testament und setzt seine Frau als Alleinerbin ein.
Juli / August: Aufenthalt in Trouville.
Herbst: Bekanntschaft mit Arnold Ruge und Friedrich Hebbel.
Oktober: Deutschlandreise über Lille und Brüssel, u. a. mit den Stationen Aachen, Köln, Hagen, Münster, Bremen. Aufenthalt in Hamburg.
Dezember: Mit Campe Abschluss eines Verlagsvertrags über die Gesamtausgabe, der 1848 in Kraft treten soll. Über Celle, Hannover, Bückeburg, Minden, Münster, Hagen, Köln und Brüssel Rückkehr nach Paris. Bekanntschaft mit Karl Marx.

1844
Januar: Eintritt in die Pariser Freimaurerloge "Trinosophes" (Mitglied bis 1847).
Februar: "Lobgesänge auf König Ludwig" in den "Deutsch-Französischen Jahrbüchern", Paris.
April: Grenzhaftbefehl des preußischen Innenministers gegen Heine und drei weitere Mitarbeiter der "Jahrbücher".
Mai: Beginn der Mitarbeit am Pariser "Vorwärts", in dem Heine bis Juli zehn aktuelle "Zeitgedichte" veröffentlicht.
Juli: Grenzhaftbefehl gegen Heine und weitere Mitarbeiter des "Vorwärts" (mehrfach erneuert). Per Dampfschiff von Le Havre aus Reise nach Hamburg, zunächst in Begleitung von Mathilde, die nach zwei Wochen nach Paris zurückkehrt. Begegnung mit Wilhelm Weitling.
September: "Neue Gedichte" mit "Deutschland. Ein Wintermährchen", das Anfang Oktober auch als Separatdruck erscheint (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Oktober: Rückkehr nach Paris über Amsterdam und Den Haag.
November: Die preußische Regierung interveniert in Paris, um die Ausweisung der "Vorwärts"-Mitarbeiter zu erreichen.
Dezember: Bekanntschaft mit Ferdinand Lassalle. Tod Salomon Heines in Hamburg. Das Testament sieht für Heine die einmalige Zahlung von 8000 Bankomark, nicht aber die Fortzahlung der Jahresrente vor. Salomons Sohn und Haupterbe Carl Heine bewilligt seinem Cousin eine reduzierte Jahresrente in Höhe von 2000 Francs; Beginn des Erbschaftsstreits (bis Februar 1847). Erhebliche Verschlechterung von Heines Gesundheitszustand.

1845
Juni – Oktober: Aufenthalt in Montmorency.

1846
Januar: Durch Alexander von Humboldt ersucht Heine beim preußischen Innenministerium um Zusicherung freien Geleits für Reisen nach Hamburg und Berlin; die Bitte wird wegen Fortbestehens der Anklage aufgrund von "Majestätsbeleidigung" abgelehnt.
Juni – September: Aufenthalt in Bagnères-de-Bigorre, Barèges und Tarbes.
27. September: Heine verfaßt erneut sein Testament (ergänzt am 26. Februar 1847).

1847
Januar: "Atta Troll. Ein Sommernachtstraum" (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Februar: Carl Heine sichert seinem Cousin die unverkürzte Fortzahlung der ursprünglichen Jahresrente zu, die später noch beträchtlich erhöht wird.
Mai: Übersiedlung nach Montmorency (bis September).

1848
Januar: Bekanntschaft mit Friedrich Engels.
Februar – Mai: Zusammen mit Mathilde und deren Gesellschafterin Pauline Rogue Aufenthalt in der Klinik seines Freundes Faultrier.
März: Bekanntwerden von Heines französischer Staatspension.
April: Rapide Verschlechterung seines Gesundheitszustandes mit fortschreitender Lähmung und Krämpfen. Campe stellt seinen Briefwechsel mit Heine vorübergehend ein.
Mai: Beginn der Bettlägerigkeit ("Matratzengruft"). Übersiedlung nach Passy (bis September).
Juli: Beginn der vertraglich vereinbarten Zahlung einer Jahresrente durch Julius Campe in Höhe von 1200 Bankomark.

1849
August: Bekanntschaft mit Georg Weerth.

1850
Über Heinrich Laube bemüht sich Heine erfolglos um eine Aufführung seines "Faust"-Balletts und des "Ratcliff" in Wien und Berlin.
April: Mit Hilfe von Lassalles Vater versucht Heine, sein auf Anraten von dessen Schwiegersohn Ferdinand Friedland in Aktien der Prager Gasbeleuchtungsgesellschaft investiertes Kapital zurückzuerhalten.

1851
Juli: Besuch Julius Campes bei Heine, Verhandlungen über künftige Projekte.
Oktober: "Romanzero" und "Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem" (Hamburg, Hoffmann & Campe).
13. November: Heine errichtet sein rechtsgültiges Testament.
Dezember: Beginn mit Börsenspekulationen.

1852
Juli: Besuch des Bruders Maximilian am Krankenbett.

1853
April: "Les Dieux en Exil" in "Revue des Deux Mondes".
Dezember: Heine erteilt seiner Frau Bankvollmacht.

1854
Januar: Beginn der Arbeit an den Memoiren.
September: "Les Aveux d'un Poète" in "Revue des Deux Mondes".
Oktober: "Vermischte Schriften" I–III (Hamburg, Hoffmann & Campe).
Dezember: Beginn der Arbeit an einer französischen Gesamtausgabe.

1855
Februar: "De l'Allemagne. Nouvelle edition", I–II (Paris, Lévy).
April: "Lutèce. Lettres sur la vie politique, artistique et sociale en France" (Paris, Lévy). In Philadelphia wird das Erscheinen einer (nicht autorisierten) Gesamtausgabe von Heines Werken im Verlag von John Weik angekündigt; daraufhin Besuch Julius Campes in Paris, um mit Heine eine angemessene Reaktion abzusprechen und einige Bestimmungen des letzten Verlagsvertrags zu präzisieren.
Juni: Bekanntschaft mit Elise Krinitz ("Mouche"), die ihn häufig besucht.
Juli: Heine erstellt einen neuen Testamentsentwurf. "Poèmes et Légendes" (Paris, Lévy). "Buch der Lieder", 13. Auflage.
September: Plan einer englischen Gesamtausgabe in Zusammenarbeit mit Lucie Duff Gordon.
November: Besuch der Geschwister Charlotte und Gustav am Krankenbett.

1856
17. Februar, morgens 4. 45: Tod Heines.
19. Februar: Abnahme der Totenmaske durch Joseph Fontana.
20. Februar: Beerdigung auf dem Friedhof Montmartre. Unter den wenigen französischen Trauergästen sind Dumas und Gautier; die Familie ist nur durch den angeheirateten Cousin Joseph Cohen vertreten.
9. Mai: "Tableaux de voyage. Nouvelle édition", I–II (Paris, Lévy).